Usability

Warum Usability Testing wertvoll ist und wie es funktioniert

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Philipp Munzert

Philipp schreibt zu Themen wie VueJS, JamStack, Produktentwicklung und Teamkultur.

Unternehmen kennen Ihre Produkte und Dienstleistungen am besten. Es steht oft ein langjähriger Entwicklungsprozess dahinter, viel Herzblut und Budget wurde investiert. Wenn es darum geht, das Produkt oder die Dienstleistung auf einer Website öffentlich zu machen, sollte das Design und die Inhalte selbstverständlich gut durchdacht werden. Ob Startup oder Konzern, jedes Unternehmen hat bestimmte Vorstellungen davon, wie die Website oder die App aussehen und genutzt werden soll. Jedoch sollte vor Veröffentlichung auch immer die Perspektive der realen Website-Besucher eingenommen werden.

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Beim Usability Testing geht es darum, die Funktionalität und das Design von einem Produkt auf Herz und Nieren testen zu lassen. Die Betonung liegt hier auf „testen lassen“ – denn der Blick von außen ist der Schlüssel zum Erfolg. Während des Usability Testing werden Verhaltensdaten von echten Nutzern gesammelt und am Ende ausgewertet. Die Website oder App, die getestet werden sollen, werden für eine bestimmte Zielgruppe entwickelt und sollte demnach auch genau von dieser Zielgruppe ohne Hürden genutzt werden können – sonst kommt es schnell zu Abbrüchen oder auch zu wenigen bis keinen Bestellungen im Onlineshop, weil der Bestellprozess aus Nutzersicht undurchsichtig und wenig intuitiv erscheint.

Das Testen auf Benutzerfreundlichkeit sollte so früh wie möglich im Entwicklungsprozess stattfinden, am besten schon am Prototypen. So kann untersucht werden, ob die Funktionen auf der geplanten Website für den Nutzer einen Mehrwert bieten. Nachdem das digitale Produkt fertig entwickelt ist, sollte es noch einen Test durch echte Nutzer geben um zu checken, ob alles einwandfrei funktioniert oder ob wichtige Aspekte fehlen.

Quelle: https://www.hotjar.com/usability-testing/methods/

Die Methoden für einen Usability Test sind vielfältig und lassen sich einteilen in „moderiert“ oder „unmoderiert“ und in „remote“ und „persönlich“. Es kommt dabei auf die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens und des Produkts an, auf die vorhandene Zeit und auf das Budget. Wenn Session Recordings als Methode ausgewählt werden, sind Unternehmen und Testpersonen unabhängig in der Durchführung des Usability Tests. Dabei wird der Seitenbesuch und die durchgeführten Aktionen der Testperson mittels spezieller Software genau aufgezeichnet und der Auftraggeber kann nachvollziehen, was geklickt wurde und ob abgebrochen wurde. Ein Nachteil dabei ist, dass keine direkten Nachfragen möglich sind. Es kann also nicht herausgefunden werden, warum die Testperson klickt was sie klickt. Bei der Think-Aloud-Methode schaut der Usability Experte zu, wie die Testperson die Website nutzt – dabei sollte diese offen ihre Gedanken bei jeder Aktion aussprechen. 

Während eines Usability Tests untersucht die Testperson im besten Falle nicht nur, ob sich die Seite im Allgemeinen gut benutzen lässt, sondern löst konkrete Testaufgaben. Dabei ist die Vorbereitung wichtig: es wird ein Testplan mit allen wichtigen Informationen zum Usability Test aufgestellt. Gemeinsam mit den Entwicklern und Designern wird festgelegt, welche Problembereiche der Seite es gibt oder welche Aktionen auf der Website schwierig sein könnten. Wieviele Testpersonen die Website oder die Anwendung testen, hängt ebenfalls von den Anforderungen an den Test ab. Generell gilt, dass wenige Testpersonen mit konkreten Teststellungen aufschlussreichere Ergebnisse liefern werden als viele Testpersonen mit nur allgemeinen Aufgabenstellungen. 

Beispiele, die im Rahmen eines Usability Tests beleuchtet werden können: 

  • Inwiefern sind Wortgebrauch und Navigation der Website verständlich?
  • Was hält der Nutzer von einer bestimmten Aktion ab?
  • Was kann der Nutzer nicht auf der Website finden?
  • Würde der Nutzer die Website wieder besuchen?
  • Gibt es Probleme in der Nutzerfreundlichkeit oder konkrete Programmierfehler?

Die Auswertung des Usability Tests führt dann zu konkreten Handlungsempfehlungen. Ist ein Link kaputt, führt ein Menüpunkt ins Leere oder lässt sich der Bestellprozess nicht korrekt auslösen, kann der Entwickler diese Probleme konkret beheben. Umfangreichere Arbeiten am Design fallen an, falls mehrere Tester die Navigation unübersichtlich empfanden oder relevante Informationen nicht an den erwartenden Stellen fanden.

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Fazit: Sinn und Zweck eines Usability Tests ist es sicherzustellen, dass die Besucher der Website oder Nutzer der App, diese intuitiv verwenden können. Das Unternehmen und Entwicklerteam hinter dem digitalen Produkt sind überzeugt vom Ergebnis, nun muss es auch die Anwender überzeugen. Wird vor dem Relaunch nicht auf Nutzerfreundlichkeit getestet, kann das ein böses Erwachen geben, da keine Bestellungen ausgelöst werden oder die Zielgruppe abspringt. Dies ist zeit- und kostenintensiver als im Voraus einen Usability Test durchführen zu lassen. 

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