Philipp Munzert

Philipp schreibt zu Themen wie VueJS, JamStack, Produktentwicklung und Teamkultur.

Freitag, 9. November

Why-How-Laddering: Definiere die passende Challenge

Methodik zur Suche der geeigneten Fragestellung für Innovationsprojekte

Eine gute Challenge kann den Start und Verlauf eines Innovationsprojektes positiv beeinflussen. Genauso kann aber auch eine zu allgemein bzw. zu offen formulierte Challenge das Projekt und Vorgehen beeinflussen. Um die passende Challenge zu finden sollte man sich Zeit nehmen und auch auf die korrekte Formulierung der Frage achten. In diesem Post stellen wir die Why-How-Laddering Methode vor.

Was wird benötigt:

  • Ein Moderator
  • Flipchart-Marker oder Whiteboard-Stift
  • Ein großes Blatt Papier (A1 oder noch besser A0) oder ein Whiteboard

Beim Why-How-Laddering soll die Fragestellung der Challenge angepasst werden. Grundlegend werden immer Fragen nach oben mit “Warum…” und nach unten mit “Wie…” gestellt. Wie klettern im Laddering wie auf einer Leiter nach oben oder unten.

Das Grundprinzip der Methode: Nach oben “Warum”, nach unten “Wie” fragen

Beispielsweise haben wir die Frage “Wie werde ich Popstar” zur Überarbeitung erhalten. Die Challenge ist ein Beispiel für eine eher ungeeignete Ausgangsfrage für ein Design Thinking Projekt. Sie benennt kein konkretes Problem und die Zielgruppe “ich” ist sehr begrenzt.

Zur Überarbeitung der Frage wird sie in die Mitte geschrieben und daraufhin der Prozess gestartet. Zum Beispiel mit der Frage: “Warum will ich Popstar werden?”. Hierbei erscheinen Antworten wie Ruhm, Anerkennung oder Aufmerksamkeit naheliegend.

Start mit den Fragen “Warum will ich Popstar werden?”

Um nun aus diesen eine neue Fragestellung ableiten zu können, ist es sinnvoll diese neuen Begriffe im Laddering einzuschließen. Beispielsweise kann nun gefragt werden: “Wie komme ich zu Ruhm?”. Auf dieser Grundlage eröffnen sich neue Felder, die durch die Ausgangsfrage nicht beachtet wurden.

Neue Themenfelder ergeben sich

Nun scheint die klare Lösung nicht mehr so einfach. Eine Umformulierung der Challenge könnte beispielsweise lauten “Was muss ich tun um mir ein außergewöhnliches Talent anzueignen?”. So wurde die sehr explizite Lösung schon etwas geöffnet. Das Laddering kann beliebig erweitert werden.

Laddering zur Umformulierung der Challenge

Die Methode sollte solange durchgeführt werden, bis eine natürliche Sättigung der Fragen auftritt. Danach kann eine neue Fragestellung gesucht werden.

Was eine gute Challenge ausmacht

Um eine Design Challenge erfolgreich bearbeiten zu können, ist es aus unserer Sicht wichtig, dass drei wesentliche Grundvoraussetzungen erfüllt werden.

  1. Benennt die Design Challenge ein klares Problem? Achtung: Symptome oder Lösungsansätze sind nicht das Problem an sich: Eine zu eng gefasste Problemstellung bietet zu wenig Spielraum, weil eventuell schon ein Lösungsansatz enthalten ist. Eine zu breit gefasste bietet dagegen wenig Bodenhaftung und erschwert konkrete Lösungen.
  2. Ist das Problem aus Nutzersicht beschrieben? Meist hilft ein solcher Blickwechsel enorm bei der Entwicklung und Validierung von sinnvollen Lösungsansätzen.
  3. Ist die Situation, in der sich das Problem für den Nutzer bemerkbar macht, klar beschrieben? Eine gute Situationsdefinition gibt wichtige Hinweise darauf, was das Team während der Verstehen-Phase durch Beobachtung und Interviews erleben sollte.

Es macht definitiv Sinn sich zum Start eines Innovationsprojektes oder Design Thinking Prozesses  kritisch mit der gegebenen Fragestellung bzw. Challenge auseinanderzusetzen und diese gegebenenfalls umzuformulieren. Dazu kann das Why-How-Laddering eine gute Möglichkeit sein, das Level und den Fokus der Ausgangsfrage zu verschieben.